Backcountrydiaries goes bikepacking

Querfeldein? Kein Problem! Die Radl bleiben geländetauglich. Nur bei der Seeüberquerung mussten wir passen.


Hand auf´s Herz: Wir sind Experten für Übergepäck! Allerdings hatten wir in den knapp sechs Monaten in Kanada und den USA eine Menge Zeit, über das wortwörtlich belastende Problem nachzudenken. Die Lösung war uns insgeheim schon vor Abreise klar und manifestiere sich mit jedem gefahrenen Kilometer entlang der Pazifik-Küste. Bikepacking ist das Stichwort. Denn wer limitierten Stauraum hat, kann auch nur wenig einpacken. Obendrein  gehören Konfrontationen mit motorisierten Vehikeln der Vergangenheit an mit dem handlichen, gepäckträgerlosen Setup rücken Singletrails und unbefestigte Wege nämlich wieder in den Fokus der Routenplanung. Straßen werden im Idealfall lediglich überquert, nur um auf der anderen Seite wieder im Gebüsch zu verschwinden. Obwohl wir uns vor Nordamerika bewusst gegen den absoluten Minimalismus und gleichzeitig für ein gewisses Maß an Annehmlichkeiten entschieden hatten, wurde uns bald klar, dass zukünftige Touren konzeptionell anders laufen werden. So gehörten schon bald eine Hand voll Bikepacking-Blogs zur täglichen Lektüre.


Hand auf´s Herz: Wir sind Experten für Übergepäck!


Zurück im heimische Köln wurde nicht lange rumgefackelt. Kurzerhand bestellten wir auf Umwegen zwei tipptopp Taschen für die Sattelstützen und jeweils eine sehr durchdachte Konstruktion, die am Lenker diverses Gepäck aufnehmen kann. Eigentlich gehört zum Bikepacken auch eine Rahmentasche, die das ganze Rahmendreieck ausfüllt. Da es aber hierzulande ohnehin sehr schwierig ist, an das Equipment zu gelangen, verzichteten wir zunächst auf das kurioseste und prägnanteste Gepäckstück. Wir werden uns der Sache an anderer Stelle nochmal im Detail widmen, nur so viel vorab: Die Taschen des in Alaska ansässigen Herstellers Revelate Design mussten wir in den Niederlanden bestellen. Bei der britischen Firma Alpkit waren leider alle ensprechenden Gepäcklösungen ausverkauft und die besagten Rahmentaschen müssen ohnehin individuell auf jedes Rad angepasst werden.
Long story short: Bikepacking ist in Deutschland noch verdammt unbekannt, während sich im englischen Sprachraum schon eine sehr bunte und außerordentlich interessante Szene entwickelt hat.


Keine Packtaschen, keine Gepäckträger: Selbst schmale Singletrails sind so noch mit Freude fahrbar.


Nachdem wir uns in den letzten Monaten zunehmend dem Thema Enduro verschrieben hatten, wurde es allerhöchste Zeit, mal wieder mit Gepäck zu starten wenn auch nur für einen kurzen, knackigen Overnighter. Uns gefiel der Gedanke direkt vor der Haustür zu starten und da sich der im Nationalpark Eifel gelegene Rursee schon per Pedes bewährt hatte (hier gibbet Fotos vom Mattes), machten wir uns von Köln aus auf nach Südwesten.

Der Streckenabschnitt bis zur Eifel ist teilweise bisschen zäh, dann allerdings wird es landschaftlich verdammt schön und sehr vielseitig. Vor allem das Rurtal, der Rursee selbst und der Zufall führte uns hin die Hochebene zwischen Einruhr und Gemünd, sind absolute Schmankerl. Zurück ging´s von Kall aus mit der Bahn, da sich mein Tretlager mit ordentlich Spiel und kränklichem Knacken langsam verabschiedete.


 


Es war eigentlich schon im Vorfeld klar: Bikepacking ist die Königsklasse des Radreisens und läuft uns verdammt gut rein. Die nächste Ausritte sind schon in Planung, die Rahmentaschen werden wohl noch in dieser Woche in Auftag gegeben.

/Al


Die ganze Runde zum Nachfahren: Der Teil von Köln bis zum Rand der Eifel ist etwas lame und führt hauptsächlich über Feld- und Schotterwege. Dann wird´s allerdings grandios und der ein oder andere Singletrail versüßt die vielen Höhenmeter. Wie es zu der unterirdischen Durchschnittsgeschwindigkeit und Gesamtdauer kommt, ist uns allerdings rätselhaft.


Hier gibbet den direkten Download:
Bikepacking Rursee_backcountrydiaries.gp
GPS eXchange Datei 712.8 KB

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Kommentare: 3
  • #1

    M.M. (Montag, 31 August 2015 20:09)

    Von wegen Geschwindigkeit: Man muss doch auch die Landschaft ins Gemüt fallen lassen. Das braucht Muße.

  • #2

    Daniela (Donnerstag, 24 März 2016 23:52)

    Hallo ihr beiden,

    einen schönen Artikel habt ihr geschrieben. Ich glaube das Thema bikepacking ist bis jetzt an mir vorbei gezogen. Vielen Dank für eure Inspiration.

    Beste Grüße

    Daniela

  • #3

    Rudi (Donnerstag, 14 April 2016 14:59)

    Text und Bilder machen Lust auf eigene Touren im "Backpacking Modus" :)

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Alan und Greta schreiben für den Blog Backcountry Diaries über das Leben Outdoor, die Radreise in Kanada und USA und Campingausrüstung.

Backcountry Diaries erzählt Geschichten von Abenteuern mit dem Mountainbike – auf kleinen Ausflügen, langen und kurzen Reisen, mit viel oder wenig Gepäck, auf Trails in der Eifel oder Highways in Kalifornien. Wir sind Alan und Greta, wohnen in Köln und teilen uns unsere Wohnung mit vier Montainbikes – zumindest wenn wir nicht gerade unsere vier Wände gegen ein Zelte eingetauscht haben.

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