Planlos in Seattle

Bei Nacht sind alle Städte schön: Abendliches Panorama an Seattles Waterfront.

Amerikanische Städte machen es einem nicht leicht sie zu mögen. Trotz fetter Vorschusslorbeeren und einer unvoreingenommenen, echt mal positiven Grundhaltung bleiben sowohl Vancouver, aber vor allem Seattle (sprechen die Locals etwa so aus: Sijääähdl) hinter den Erwartungen zurück.
Ratlos stehen wir in Downtown und sind uns nicht sicher, ob wir jetzt irgendwas übersehen haben, oder uns unsere europäische Sozialisierung den Blick trübt.

Ich will auch gar nicht rumnörgeln, schließlich wurde man gewarnt. Mehr als einmal sagten Freunde Sätze wie: " Also für meinen Geschmack wäre mir da zu wenig Kultur....". Und ein ums andere mal hab ich beteuert, dass es uns in erster Linie schließlich um die Natur, Landschaft und Weite geht. Der Plan geht so auch durchaus auf und doch reden wir derzeit sehr gerne über Lissabon, Marrakesch oder Amsterdam.

In regelmäßigen Abständen habe ich ein Neuseeland Déjà-vu, denn schon dort stellte sich milde Enttäuschung ein, wenn man einem Schild mit einer "Ancient Building, Bridge, whatever" folgte, und ein Bauwerk vorfand, dass in Good Old Europe eher unter die Kategorie Nachkriegs-Architektur fallen würde. Jetzt klingt das alles deutlich negativer, als es eigentlich gemeint ist. Gestern Abend hatten wir eine tipptopp Fotosession an der Waterfront, danach frischen Lachs und gutes Bier. Die Leute sind mega nett und hilfsbereit. Victoria war eine viktorianische Perle und in Vancouver ging's uns verdammt gut, aber gegen Flair, Patina, kleine Gassen, greifbare Geschichte und in Jahrhunderten gewachsene Altstädte kommt's halt nicht an.

Jetzt planen wir gerade unsere weiteren Etappen und überlegen, Portland zu streichen und uns stattdessen mehr Zeit für Oregons Küste zu nehmen. Frei nach Thoreau: Auf in die Wälder!    
Und weil es dort mit der Stromversorgung wie auch der Internetzverbindung eher schlecht ausschaut, hauen wir noch ein paar Fotos der letzten Wochen raus. Out of the Box, weil das digitale Nachschönen gerade zu mühselig ist.

/Al

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Kommentare: 5
  • #1

    Dana (Samstag, 23 August 2014 12:04)

    Wow, was fuer grandiose Pics! Ich bin ja old school und mag "out of the box". Bitte fahrt doch in weitere Grossstaedte, dann bekommen wir mehr Fotos!!! Ganz liebe Gruesse und noch viel, viel, viel Spass :-)

  • #2

    Kerstin (Samstag, 23 August 2014 20:18)

    "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute (Europa) liegt so nah....
    Wir kommen gerade aus Metz zurück und sin hellauf begeistert!
    Anmerkung von Frank..."denk an den Freisitz vor der Stadtmauer von Dubrovnik...:-)
    Trotzdem freuen wir uns über alle Fotos von grandioser Natur...egal woher:-)

  • #3

    backcountrydiaries (Donnerstag, 28 August 2014 22:57)

    @Dana: Vielen lieben Dank! Weitere Fotos wird es auf jeden Fall en masse geben, auch aus Städten. San Francisco, LA und San Diego sind fest eingeplant. Nur Portland wackelt... Aber dafür entschädigen wir mit grandiosen Naturfotos von der Oregon Coast! Liebe Grüße!

  • #4

    Maria M. (Freitag, 29 August 2014 21:40)

    Bei meinen Spaziergängen durch Eure Aufnahmenserien vergesse ich die Zeit. Fesselnd, zeitfresserisch--- und schon ein bisschen süchtig danach.

  • #5

    Liesl R (Montag, 15 September 2014 20:29)

    Ok, ich muss meine "Aussage" zum Teil revidieren: Hier sehe ich durchaus tolle und auch farbenfrohe Fotos aus den USA.

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Alan und Greta schreiben für den Blog Backcountry Diaries über das Leben Outdoor, die Radreise in Kanada und USA und Campingausrüstung.

Backcountry Diaries erzählt Geschichten von Abenteuern mit dem Mountainbike – auf kleinen Ausflügen, langen und kurzen Reisen, mit viel oder wenig Gepäck, auf Trails in der Eifel oder Highways in Kalifornien. Wir sind Alan und Greta, wohnen in Köln und teilen uns unsere Wohnung mit vier Montainbikes – zumindest wenn wir nicht gerade unsere vier Wände gegen ein Zelte eingetauscht haben.

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